Album Review: Carly Rae Jepsen – Day and Night

Written by Oskar

Published on 05.10.2026

Kann CRJ Doppelalbum?


80

Ein Doppelalbum ist vielleicht die logische Konsequenz aus Carly Rae Jepsens Praxis zu jedem ihrer Hauptalben seit 2015 auch ein ähnlich gutes Begleitalbum (oft "Side B" genannt) zu veröffentlichen. Mit "Day and Night" war es im September so weit: A-Seite und B-Seite machen jetzt ein doppeltes Album. Und es stellt sich die Frage: Kann CRJ Doppelalbum?

Seite 1: "Day"

  1. After All* | 100
  2. Habits of Creatures | 80
  3. Versailles* | 70
  4. On Wires* | 100
  5. Blue Skies | 80
  6. Burning Heart | 90
  7. Wild Child | 70
  8. Good Fine Alright | 70
  9. Something Tragic | 80
  10. Soft | 100
  11. Lonely Side of the Bed | 60
  12. Just a Little Walk on the Moon | 80


"Day" besteht aus sonnigeren Songs als "Night". Statt große Refrains und tanzbare Electropop-Instrumentals zu liefern, toben sich CRJ und ihre Kollaborateure musikalisch aus. Ob Smooth Soul, hereinbrechende Rock-Gitarren, Streicher, Bruce Springsteen-Impression, Sax-Solo, Countryballade, Neo-Psych oder Bossa Nova - alles wird ausprobiert und vieles funktioniert. Trotzdem bleibt das Songwriting oft etwas hinter den Erwartungen zurück. Ein klares Signal dafür, dass hier jemand außerhalb der eigenen Komfortzone agiert. Schön anzuhören ist das trotzdem durchweg.

Seite 2: "Night"

  1. Never Let a Good Thing Die | 100
  2. Amalfi Coast | 100
  3. Patience Power Passion | 60
  4. Don't Leave Me on the Dance Floor* | 100
  5. Motivation* | 80
  6. You Don't Know How It Feels | 70
  7. Near or Far | 90
  8. Diver | 80
  9. Hold Me to the Light | 60
  10. That's Just Me | 60
  11. No Labels, I Love You | 60
  12. Super Sage | 80


Auf "Night" ist CRJ dagegen in ihrem Element. Besonders auf den ersten fünf Songs wird das sehr klar. Die Dance-Pop-Instrumentals, -Clichés und -Rhythmen entfalten eine für CRJ typische Euphorik. Trotzdem fällt die Seite über ihre Laufzeit hinweg ab. Die große Vielfalt, die "Day" so gut macht, fehlt hier und das wird "Night" zum Verhängnis. Auch thematisch und gesanglich ist die Differenz zwischen den Seiten und Songs nicht groß genug, um die vollen 24 Tracks zu tragen. Das deckt sich mit den Erfahrungen aus über 10 Jahren Schwesteralben, in denen es CRJ selten gelungen ist, über das gesamte Repertoire hinweg zu überzeugen.