Album Review: Quadeca – Life 1

Written by Oskar

Published on 08.10.2026

In Musikforen wie RYM oder AOTY wird der ehemalige YouTuber seit seinem 2022er Album "I Didn't Mean to Haunt You" zu einem der besten Musiker der 2020er verklärt. So richtig bewiesen hat er das meines Erachtens nach bisher nicht.


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Quadeca ist bisher vor allem ein Künstler für chronically online people. In Musikforen wie RYM oder AOTY wird der ehemalige YouTuber seit seinem 2022er Album "I Didn't Mean to Haunt You" zu einem der besten Musiker der 2020er verklärt. So richtig bewiesen hat er das meines Erachtens nach bisher nicht. Am dichtesten ran an diesen Status kam das weniger konzeptionelle 2023er Follow-up "SCRAPYARD". Der wiederum überambitionierte Nachfolger dazu, "Vanisher, Horizon Scraper", fiel dagegen wieder stark ab, obwohl die Singles vorweg überzeugen konnten. Wie bei "SCRAPYARD" hat Quadeca jetzt wieder das Fuß vom Gaspedal genommen, die Erwartungen zurückgeschraubt und sich auf Songwriting besonnen, das nicht über-lebensgroß und allegorisch ist. Und wieder steht ihm das sehr gut.

Auf extrem detaillierte Instrumentierung und Texturen verzichtet er trotzdem nicht. Und so lädt Quadeca die konfessionellen, introspektiven und lebensnahen Lieder auf mit allerlei quirky Sounds, ohne dass das Ganze auch nur annähernd in eine Uberproduktion verfällt. Das funktioniert und macht "Life 1" zu einem echten künstlerischen Statement, bei dem Spaß an der Musikproduktion und wilde Kreativität erfolgreich Hand in Hand gehen mit persönlichen Texten über die Jagd, die Entwicklung und den Verlust großer Liebe on the outside und psychische Probleme on the inside. Das zeigt: Quadeca ist einfach genau dann am besten, wenn er sich nicht übernimmt - bedeutungsschwanger und grandios wird - und sich stattdessen auf tighte Folktronica-Songs konzentriert. "Life l" ist locker sein bestes Album bisher!