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Written by Oskar

Published on 04.10.2026

Alle Led Zeppelin Alben Ranked

8. In Through the out Door (1979)


60

Im Produktionsprozess erstmals dominiert von Bassist & Keyboarder John Paul Jones sowie Sänger Robert Plant - während John Bonhams Gesundheit sich verschlechterte & Jimmy Page heroinsüchtig war - zeigt "In Through the out Door" Led Zeppelin von ihrer experimentierfreudigsten Seite. Ist es doch nicht von der Hand zu weisen, dass Zeppelin mit diesem Album so einigen Trends & Entwicklungen der '80er voraus waren, fruchten doch nur die wenigsten jener Experimente. Aussagen von Page nach dem Ende der Band legen nahe: "In Through the out Door" wäre ein einmaliger Exkurs geblieben. In der Realität ist es jedoch in der Zeit gefroren zum unwürdigen, schlecht gealterten Finale geworden.

🥇 All My Love
🥈 In the Evening
🥉 I'm Gonna Crawl


 

7. Presence (1976)


80

Die Umstände, unter denen das vorletzte Zeppelin-Album entstand, leiten in der Retrospektive klar das Anfang vom Ende der Band ein: Als Steuerflüchtlinge war die Band ohne richtiges Zuhause, was John Bonhams Alkoholprobleme verstärkte. Außerdem begann Jimmy Pages Heroinabhängigkeit. Doch am einschneidendsten: Robert Plant musste nach einem schweren Autounfall temporär im Rollstuhl sitzen.
“Presence” entstand unter großem Druck - auch zeitlicher Natur - und so übernahm Page die Kontrolle im Studio. Das Ergebnis grenzt an ein Wunder: "Presence" ist ein richtig gutes, vergleichsweise düsteres und schweres Hard Rock-Album mit einigen der besten Riffs & Drum Performances der Zeppelin-Diskographie, das leider im Schatten seiner Vorgänger dazu verdammt ist, unterbewertet zu werden.

🥇 Achilles Last Stand
🥈 Nobody's Fault But Mine
🥉 For Your Life


 

6. Led Zeppelin III (1970)


85

"Led Zeppelin III" markiert einen Umbruch in der Geschichte der Band. Statt gewohnt ungefiltertem Blues- und Hard Rock, besteht über die Hälfte des Albums aus mehr oder minder experimentellen Folk- und Countrysongs mit teils erstaunlich introspektivem, metaphorischem Songwriting ("That's the Way"). Damit ebnet "Il" den Weg für die progressive Hochphase von Zeppelin. Gleichzeitig liefert die Band einen Hard Rock-Klassiker ("Immigrant Song") und eines ihrer klimaktischsten Epen überhaupt Since Ive Been Loving You"). Mit seiner kompromislosen Vielseitigkeit ist "Ill" das Album, das Zeppelin exemplarisch von den allermeisten anderen Hard Rock-Bands der '70er und '80er abgrenzt - Fehltritte wie "Hats Off to (Roy) Harper" inkludiert.

🥇 Since I've Been Loving You
🥈 Immigrant Song
🥉 That's the Way


 

5. Led Zeppelin II (1969)


85

Ist "IlI" der subversive Karriere-Reset, dann ist "Il" sowas wie der Durchbruch, Pop-Höhepunkt und dekadente Verrenner gleichzeitig. Den Durchbruch hatten Zeppelin zwar schon vorher geschafft, Pop ist das auch nicht wirklich und in einem Stil verrennen kann man sich auf dem erst zweiten Album auch schlecht, aber "Il" hat in der Retrospektive alles davon: Legendäre Riffs ("Heartbreaker", "Whole Lotta Love") & verdauliche Hits ("Living Loving Maid", "Ramble On"), ein Schlagzeugsolo (Moby Dick) & eine schmalzige Ballade ("Thank You') sowie wenig musikalische Entwicklung - außer einiger cooler Spielereien in Mix und Produktion. "Led Zeppelin II" ist das perfekte zweite Album, aber eben auch ein bisschen langweilig.

🥇 Whole Lotta Love
🥈 The Lemon Song
🥉 What Is and What Should Never Be


 

4. Houses of the Holy (1973)


90

Der zweite Umbruch in der Karriere von Led Zeppelin ist auf den ersten Blick erkennbar: Statt römischer Zahlen (oder einfach gar keiner Titel) haben die Alben der Band nun 'richtige' Titel (mit Wörtern und so).
Titelsongs gibt's trotzdem nur einen ("Houses of the Holy") und der landet einfach auf dem Nachfolger "Physical Graffiti". Whatever. Nach ihrem legendären vierten Album und damit dem Abschluss ihrer Quadrologie haben sich Zeppelin für "HOTH" erstmals so richtig Zeit gelassen. Das Ergebnis ist... ein wenig zerfahren? Auf "HOTH" passt von Song zu Song betrachtet weniges zusammen. Die Band springt von Ästhetik zu Ästhetik und die Songs variieren qualitativ von faszinierend bis absolut großartig.
Zusammengehalten wird das alles höchstens mit einer gewissen Aufbruchstimmung - aber das reicht für eine 9/10.

🥇 The Rain Song
🥈 No Quarter
🥉 The Song Remains the Same


 

3. Physical Graffiti (1975)


90

Led Zeppelins Doppelalbum - und für viele ihr zweites magnum opus nach ihrem vierten Album - schafft es tatsächlich bis zur vierten Seite nicht an typischen Doppelalbum-Krankheiten zu leiden. Leider geht's dann wirklich steil bergab. Schuld ist, was ansonsten die Großartigkeiten von "Physical Graffiti" überhaupt erst möglich macht: die Verarbeitung von in alten Sessions übrig gebliebenem Material. Davon ist vieles großartig, oft besser als was nicht übrig geblieben war, aber das, was es nicht ist, landet geballt ganz am Ende & versaut so, was sonst ein perfektes Album wäre. Gleich drei Epen verlangen sich Zeppelin auf "PG" ab: "In My Time of Dying" ist ein loses Schlagzeugfeuerwerk, "Kashmir" ein strammes Streicherstück & "In the Light" ein mysteriöser Uberopener. Dazwischen überzeugt ebenso einiges: der Funk von "Trampled under Foot", die Neil Young-Impression von "Down by the Seaside" & besonders die wunderschöne Ballade "Ten Years Gone".

🥇 In My Time of Dying
🥈 Ten Years Gone
🥉 In the Light


 

2. Led Zeppelin (1969)


95

Stellt euch vor das in 1969 von einer neuen Band zu hören... die formvollendete Produktion, die harten Riffs, die Kick-Triolen von John Bonham, der extravargante Gesang von Robert Plant. Es ist der erste Monat des Jahres '69 und so hört sich die Geburt des Hard Rock an. Wenn es ein Album von Led Zeppelin gibt, das einen pausenlos den Atem anhalten lässt, dann dieses. Es beginnt plötzlich - mit dem sommerlichen Opener "Good Times Bad Times". Dann wird's so richtig dramatisch mit der heavy Akustikballade "Baby I'm Gonna Leave You". Von da geht's knietief rein in den Dreck mit dem Blues "You Shook Me" und zum Schluss der ersten Seite folgt der Höhepunkt “Dazed and Confused”, wo Jimmy Page seine Gitarre u. a. mit einem Geigenbogen spielt. Absolutes Kino

🥇 Dazed and Confused
🥈 Good Times Bad Times
🥉 Baby I'm Gonna Leave You


 

1. untitled (Led Zeppelin IV) [1971]


100

Langweilig, aber wahr: "Led Zeppelin IV" - wie das ursprünglich unbetitelte Album mittlerweile auch offiziell genannt wird - ist das beste Led Zeppelin-Album. Nicht weil es zwingend das spannendste, experimentellste, härteste oder bahnbrechendste der Alben wäre, sondern einfach, weil es das konstanteste, ausgewogenste, klassischste & zeitloseste ist. "Stairway to Heaven" ist ohne Frage einer der besten Songs aller Zeiten, der experimentell produzierte Drum-Groove von "When the Levee Breaks" gehört zu den meist gesampleten Drum-Beats jemals, mit "Black Dog" und "Rock and Roll" eröffnen zwei Hard Rock-Klassiker das Album, "The Battle of Evermore" gehört zu den besten Deep Cuts mit märchenhaftem Mandolinenspiel und "Herr der Ringe"-Text, "Going to California" und "Misty Mountain Hop" stehen exemplarisch für ein das Album prägendes Fernweh & "Four Sticks" ist dieser
eine schräge Song, der trotzdem irgendwie funktioniert.

🥇 Stairway to Heaven
🥈 When the Levee Breaks
🥉 Black Dog